Tourstories

5. - 6.8. 11 Berlin-Jägerklause / Gössnitz-Open Air / Muna-Holzländer MC Sommerparty

Während der Wettergott hier oben im Norden wie ein Praktikant agiert und die für den tropischen Regenwald veranschlagte Wassermenge über ein paar unschuldigen Fischköppen auskippt und damit monatelang geplante Searocks sabotiert und sonnenhungrigen Sachsen den Urlaub versaut, machen wir uns auf eine 3-Gigs-in-24-Stunden-Tour. Mit gen Himmel gerichteter Faust und dem Versprechen, dem obengenannten bei wettertechnischem Misslingen der Tour den Wirsing breit zu kloppen, um den Offlinemechanismus auszulösen, besteigen die vier Lobsters und ein hünenhafter Merchandiser namens Karstus Maximus den Blitzbus.

Das traditionelle „…sind wir schon da?“ erschallt heute direkt vor dem Anlassen des Motors und was folgt, ist, wie in anderen Tourstories auch, langweilig. Die FAHRT! Einsteigen, Nase popeln, Luftverbesserungsvorschläge (alle abgelehnt), Rajer schnuffelt, Doc fährt, Sarge beifährt, der Kaptein sitzt und kuckt aus’m Fenster und gesichtsbucht. Allein der Hünenhafte Merchandiser namens Karstus Maximus (im folgenden nur noch HühaMenaKaMa genannt) hat an die seinige Alleinunterhaltung gedacht und sich eine Zeitung mit Metallica – Geschichten mitgebracht. Allerdings nur, um dem Sarge beim Lesen derselben zuzuschauen. Life’s a beach….

Neunzehnthundert MEZ Ankunft bei Jäger – Klaus in Börlin, der die nach ihm benannte Klause in einer dicht besiedelten Wohngegend namens Friedrichshain mit Geschmack und Rock’n‘Roll im Herzen zu einer der ersten Adressen für feinsten Lärm und lukkulesische Genüsse gemacht hat. Doch Namen bleiben ja bekanntlich immer irgendwie auf der Strecke, und so stellt sich heraus, dass der Klaus eigentlich Arne oder auch ganz anders heißt. Sarge (..ick freu‘ mir!) rennt durch den Raum, tut, als ob er alle kennt (war auch so, schließlich war er schon mal als Aushilfsmainpointer hier), genießt das fremdländische Ambiente und beschließt, auf Klausens Anraten, ein einheimisches Getränk aus Apfeldirektsaft, Holunderauszügen und Trinitrotoluol namens „Skull“ zum Tischgetränk des Abends zu erklären. Alle anderen müssen Bier trinken.

Flugs ist eingeräumt, soundgecheckt und breites Grinsen auf aller Lobsterherren Gesichter verteilt ob des gar gewaltigen Tieffluglärms, der auf der Bühne tobt. Noch schnell ein paar Freunde der Löbstrosen begrüßen, (u.a. GitarrenZwergriese Fluff von den Mainpointern), ein paar vorzügliche Burger (aus human getötetem Rinderfleisch und professionell irreparabel versengt über Höllenfeuer) den Lobsterschlund hinab gezwungen und schon ist Showtime.
SonderBassant Roaring Rajko kommt vor Lachen nicht aus’m Grinsen, weil ihm der seinige, strategisch klug hinter ihm platzierte Supergroller 3000 von LeckMichAmPeg dermaßen die nicht vorhandene Plazenta massiert, dass etwaige Frühgeburten nicht ausgeschlossen gewesen wären, wenn, ja, wenn ….ich mal in Bio ein bisschen besser aufgepasst hätte. Doc Langspitzbart Warhead macht das, was er am besten kann: tief schreien und vermöbeln von unschuldigen Gitarren, und Admiral Peters versenkt die komplette spanische Armada einfach nochmal. Langes Set heute, was auf Grund von Sargeüberhitzung um einen Song gekürzt wird. Wird übrigens an diesem WE nicht das letzte Mal sein.

Nach’m Gig heitere Gespräche mit den Shearerjungs, Fluff und KopfhochKönig Abge, ein paar Wodka Lemon genannte Wodka Lemons mit der Admiralität und schon kommt der Abfahrtsaufruf vom Doc, der verhindern will, dass die Lobströsen Rockmaschinisten folgendentags (2 Gigs!) die Flagge und diverses anderes auf Halbmast tragen und die gewohnte Spielfreude vermissen lassen. Abschied schweren Herzens und ab in Richtung Hostel, wo …man…dann…doch noch nicht soooo schnell in den Schlaf kömmt. HühaMenaKaMa und Doc Rawhead machen auf vernunftbegabt und legen das rockenroulgeplagte Fleisch auf die saubere Seite während seine Admiralität Sir Francis Brake, Bassmaxe und Staff Sarge Rübennase in der lauen Sommernacht vor dem Hostel noch das eine oder andere Getränk injizieren. Allgemeine Erheiterung, als sich mehrere junge bis ganz junge englische (?) Touristen nach einem „Panorama – Klapp“ erkundigen. „Do you know Panorama?“ Antwortfrage: „A nice view from the top of the hill?”. Hahaha. Lustich. Oder so.

Der Bassomat Extraordinaire versucht nach erfolgreicher Liquidnahrungsbesorgung dem Einparkvorgang am Tisch mit einem dreifach quergerenktem Flugbob die Krone aufzusetzen und landet im nahegelegen Gemüsebeet, tut sich auaweh und muss von schwerem Bergungsgerät in die Vertikale gebracht werden. Danach hatten sich die beiden schweren Bergungsgeräte Jörch und Sarge auch erst mal einen Drink verdient. Klappe, Schlusslicht, Aussetzer, fast forward 6.8.11………..

Kurze Nächte sind ja bekanntlich nicht so lang, also raus aus den halbbezogenen Federn und Frühstück fassen. Während der Rest der Hummerbande zulangt, als wenn Frühstück ab morgen gesetzlich verboten wäre, schafft der Sarge gerade mal ein schrumpeliges Brötchen mit Eselspastete und Analogkäse, dafür aber einen Hektoliter Kaffee (was sich noch als ungeeignete Ernährung für hart arbeitende Rock’n’Roller herausstellen wird). Abfahrt nach Gössnitz bei Klein – Klappstuhl um ZehnNullNull. Nix neues hier, siehe oben, außer dass der Sarge jetzt noch viiieel mehr über Metallica weiß und HühaMenaKaMa entsprechend weniger.

Arrival Gössnitz Oben offen Vierzehnhundertund’npaar. Die Bühne entspricht dem Grundriss eines Mehrfamilienhauses für mehr Familien als reinpassen, ist noch ziemlich verwaist und liegt ziemlich genau in der Einflugschneise jener Strahlen, die für einen Großteil des Lebens auf diesem Planeten verantwortlich sind. Will sagen, die Sonne schmetterte mit Gewalt. Fleißige Stagehands Fehlanzeige, und so katapultieren wir unser Schlachtgeschirr eigenhändig und in Rekordzeit auf den Bühnenkoloss, während HühaMenaKaMa neben derselben Stellung bezieht und den Lobströsen Kurz – und Miederwarenstand aufbaut. Mittlerweile macht sich beim Sarge die morgendliche Mangelernährung bemerkbar. Keine Zeit für den Gang zum Catering und hastig hinunter gespülter Morgenurin macht die Sache auch nicht besser und so muss man eben mal die Zähne zusammenklappen und die Hacken zusammenbeißen.

Showtime 14:30, wir sind die Opener. Mittlerweile haben sich die ersten Rockbaren eingefunden. Komischer Bühnensound, trotz MoniMischer und Sidefills, nur Roaring Rajko grinst im Kreis, darf er doch wieder Erdbebenmaschine spielen. Während Doc, Käpp’n und Thunder nackt bis halbnackt spielen, wehrt sich die dem Sarge eigene Schamhaftigkeit dagegen, seinen Kadaver der Öffentlichkeit zu präsentieren und so zahlt man den Preis. Hitzschlaggefahr 99.5 %. Eine Zugabe, Moto Mojo, krebsroter Sarge, Leuchtbojenalarm und Ende. Währenddessen kann sich HühaMenaKaMa vor Kaufwilligen kaum retten und erzielt ein für die Lobsters rekordverdächtiges Ergebnis. O-Ton:…na ja, ich steh‘ das so und, na ja, keiner is‘ da unnso, und ich lutsch an meinem Bierchen, kuck ma‘ kurz umme Ecke, und auf einmal, whoa unnso, und alle, boah, und ich, huarggh, und die annern, harrghharrgh un ich whoaargh, buhahah, un auf einma warn se alle wieder wech…“. Und die Lobsters stinkreich und der Bus ‘ne halbe Tonne leichter. 10 Minuten kalt duschen, Thüringer Rostbrätl par excellence, zwei kalte Biere, kurze Nettgespräche mit Einheimischen und nachfolgenden Bands und der Lobsters – Express macht sich auf in Richtung Muna, Holzland, zum dort beheimateten Holzländern MC.

Ankunft in Muna auf dem erstaunlich gut besuchten MC – Gelände um…keine Ahnung, Abends, hab‘ nicht auf‘s U jekuckt. Wir werden von Steve in Empfang genommen, der den hünenhaften Merchandiser um Riesenhaaresbreite überragt, und außerdem heute Abend als Clubmember und Lobstersversteher Dienst tut, und professionell hinter die Bühne gelotst, wo Pool, Zelt und Getrinke aufgebammelt sind / ist und anderweitig Beschäftigte rumhängen. Mit auf der Bühne sind heute Abend noch zwei Bands, The Dukes und die andern, deren Namen ich wieder mal vergessen hab‘, sorry, guys and girls. Preise werden verliehen, für das lauteste, schönste, größte und lauteste Bike, den schönsten Wanst, den kleinsten Schwanz, den meisten Ohren und die weiteste Anfahrt et cetera, et cetera. Keine Frage, die Jungs wissen, wie man feiert und das Publikum findet sich in Massen vor der Bühne ein. Nicht, dass wir uns deswegen Hoffnung gemacht hätten, mehr als drei Nasen vor die Bühne zu ziehen, denn auch schon die anderen Bands hatten das Vergnügen, vor extrem vielen Nichtanwesenden zu spielen.

Biker – Parties haben ja bekanntlich ein ganz eigenes Flair, die Musiker unter Euch werden wissen wovon ich rede, oft spielt man gegen eine sonnenbebrillte, bärtige, kuttenbehangene Wand an, denen es egal zu sein scheint ob da ‘ne Band spielt oder sich zehn nackte Verrenkungskünstler die Hoden aus den Ohren bammeln lassen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber unverhofft kommt oben ohne, und so sieht man von der Bühne während der Lobsters – Show nicht nur das locker aus der Hüfte austickende Nichtbikervolk, sonder auch den einen oder anderen wild mit dem kleinen Zeh wackelnden Biker. Danke, Leute, ihr habt unser Weltbild wieder gerade gerückt. Keiner weiß, wieso, war es unser breiter, meckelbörger Slang, unser breiter meckelbörger Grinsen oder unser breiter meckelbörger Merchandiser, irgendwie geht’s ab wie elf speedfressende Schwedennutten und als man dem Sarge die für die zwei Türen weiter barbusig wackelnden Stripperinnen bestimmten Holzländerdollars in den Hosenbund steckt, hat man das Gefühl, die nach oben offene Richter – Skala müsste noch viel weiter nach oben geöffnet werden. Sargeüberhitzung wie weiland beim Gössnitz Open Air bleibt aus, der Erdbebengenerator läuft gut geschmiert auf Hochtouren und hat sich ein nettes Perma – Grinsen ins Gesicht tätowieren lassen, Doc hat seinen Namen mittlerweile in RawWarhead Blackbeard geändert und Hyperadmiral Peterson navigiert den Panzerkreuzer Potemkin zum wiederholten Mal durch die aufgepeitschten Wasser der Lobster – See. Danke, Zugabe, ihr ward ein Publikum, Supertschüss, genug der überkandidelten Bildsprache…

Der Rest der Nacht wird nicht erwartungsgemäß im netten Zweisterne - Hotel um die Ecke verbracht, sondern gestaltet sich auf Grund von KeinerkannmehrfahrenundTaxigib’shiernicht …….anders. Steve und andere Nette Holzländer schleppen Betten und Decken en masse aus dem Katastrophenschutzfundus an und sorgen auf Grund der ihnen angeborenen Gastfreundlichkeit für mehr kubanische Freiheitsgetränke als gut für uns ist (O-Ton Rawhead: „…ich trink‘ immer nur so viel, wie maximal ‘reinpasst.“). HühaMenaKaMa und der Sarge beschließen, auf der Bühne das Lager aufzuschlagen und so geht man früh ins Bett um gleich wieder aufzustehen und an die gut besuchte 4.00 Uhr – Bar zu stumpeln und sich zu vergewissern, dass auch ja alles gut ist und keiner Hilfe braucht, außer beim austrinken……, ja, schön hier, gluck, haha, kuck ma, der hat gar keinen, haha, fideldi, hupp, gluck, einen noch, gluckgluck, blaaargh…….. Der nächste Teil liegt ein wenig im Nebel. Stellt es euch ein wenig psychedelisch mit bunten Schlieren am Rande des Gesichtsfeldes vor, leicht surreal sotauseggen. 7.30 Uhr oder so…

Sarge öffnet ein Auge, sieht viele Menschen mit orangenen Jacketts auf der Bühne Notenständer aufstellen und fremdländisch anmutende Instrumente umherwuchten, schließt verwirrt das Auge und beschließt, das eben gesehene im Reich der Träume anzusiedeln. Wiederholte trötenahnliche Geräusche sorgen dann aber doch für die Abfahrt aus dem Nirvana. Ruckartig erhebt sich der gepeinigte Körper, automatisch reiben die Hände dem Kopf seine Augen. Das Gehirn will die von den Augen übermittelte Botschaft einfach nicht als real anerkennen und schreit lauthals nach Tranquilizern, Barbituraten und ‘ner Buddel PlitschiPlatsch, um dat Zeuch runterzuspülen. Da sitzt der Sarge auf seiner KatastropenPostdecke und ist umringt von einem 30köpfigen Blasorchester (!) in orangenen Anzügen, komplett mit Tuba, Combatflöte, Kriegstrommeln, Axtpfeife und der gefürchteten Genozid – Triangel! Auf der Stelle nüchtern, Frühstück, Dank an die Holzländer, Sammeln, Blasen, zum Sammeln blasen, Abfahrt, das übliche….
Wer bis hier ausgehalten hat, kann sich unseres Dankes sicher sein und genießt beim näxten Treffen einen Drink auf unsere Rechnung und wer obendrein auch noch ein wenig davon verstanden hat, bekommt auch noch ein Schirmchen reingesteckt.

Later

Euer Sarge im Auftrag der Annern Drei lustigen Vier.

Postskrotum: Karschti, du darfst dir das größte Schirmchen reinstecken, wäre doch einiges ohne dich nicht möglich gewesen. Schön dich dabei zu haben, mein Freund. Und auch Backstagepasskreator und Lobsterbildermaler Micha kriegt hier seinen Senf. Danke für all die wunderschönen Tourpässe, die immer dafür gesorgt haben, dass wir wussten, wer wir sind und wo wir gerade auftreten. Du bekommst deine eigene Galerie auf der neuen Website.

 

26.12 Salzwedel / Hanseat /w Crushing Caspars

Caspars und Lobsters. Eine lange Geschichte voller Entbehrungen, Verstrickungen, Jugendsünden und Exzesse, deren Ausmaße sogar in der Hölle und Kuhs bei Mistorf legendär sind. Nicht nur, dass diverse Musiker der einen schon bei den anderen und umgekehrt, sondern auch, dass einige das musikalische Laufen gemeinsam erlernt haben. Wer mit wem würde den Rahmen hier sprengen und sollte deshalb eher Thema einer wissenschaftlichen Abhandlung in Lexikonstärke sein, um die sich mal lieber ein anderer kümmern soll.
Umso schöner, mit den Jungs mal wieder eine Bühne zu teilen und dies ist, was geschah:

15.30 Uhr. Die Lobströsen und die Kaspranten treffen sich im gemeinschaftlichen blauen Probehospiz, um das Tourbesteck in die Busse zu hieven. Käpp’n Peters und Caspars - Drummer Kai beschließen, ein gemeinsames Drum - Set zu benutzen, was letztendlich wie unser aussieht. Das spart Umbauzeit und Nerven.Während der Sarge und Hugo Heringsbass Of OotheDoom schon mal ein vom Vortag übergebliebenes Carlsberg umbringen und verschmitzt grinsend aufeinander hocken, richtet der Rest der Crushing Lobsters die Busse fein her, im Musikerjargon „Packen“ genannt. Hierbei gilt es, sperriges und scheißteures Equipment so zu verstauen, dass Aggis Lieblingsgitarren beim ersten Bremsen NICHT den Ausblick durch die Frontscheibe genießen. Wo wir dann wären, will ich mir hier gar nicht ausmalen. Hawaii steht jedenfalls nicht auf der Liste.

Das Verhältnis Equipment – Merchandise fällt bei uns noch recht normal aus, jedenfalls werden wir am Auftrittsort meistens als „die Band“ erkannt. Die Caspars würden für das ungeübte Auge jedoch glatt als reisendes Miederwaren - und Trikotagengeschäft durchgehen, was zum einem an der schieren Menge Merch liegt und zum anderen an etwas anderem.Zum Tross gehören heute noch Caspars – Mercher Rick und Haus – und - Garten – Fotograf Christian, der ein paar sehr schöne Backstage - und Bühnenimpressionen einfangen wird.
Wetterweis scheint die Fahrt ins Salzwedeler Land problemlos zu werden, ein wenig Regen hie und da, Blitzeis perhaps, nix Dickes. Und so ist es dann auch.
Wir verlassen Rostock vor den Caspars. Drei Stunden Musik, schlafen und das übliche Maß an Luftknappheit, nix neues hier.

Salzwedel ist ein schönes Städtchen mit Fachwerkhäusern, einem Hanseat, einer Kneipe namens Crazy World samt Uwe, vielen netten Salzwedelanern und (wo gibt es diese Hobby-Adolfs nicht?) der richtigen Menge an rechten Idioten, um die Einwohner bei Laune zu halten. Keine Zeit für Sightseeing.Arrival im Hanseat just on time, nach den Caspars, die offensichtlich schon auf der A 20 den Nachbrenner gezündet haben. Meet’n’greet, und dann wird relaxt hin und her gewuselt, um das Besteck auf die Bühne zu bringen. Einziger Ruhepol im Ganzen, Tonmann Elvis, ein bekanntes Gesicht, bewandert auf den verschlungenen Pfaden der Tonsortiererei und gut beleumdet in punkto nett sein. Dann Tässchen Käffchen, Zigarettchen, Gerede.
Soundcheck fällt heute flach für uns, sehr zum lautstarken Bedauern des hier Schreibenden, aber nicht zu ändern. Local Support heute Aaron Grown, die schon beim Soundcheck ihren Metalcore raushalten, als ob sie keinen Proberaum hätten. Warum sind die jungen Menschen heutzutage nur so böse? Hinter der Bühne entpuppen jene sich jedoch als nette kleine Männchen, die auch nur ihren Spaß haben wollen.

Irgendwie schaffe ich es dann doch noch, mein Rig zu testen, schon weil Onkel Rawbart mir einen neuen Pickup zur Verstellung fügte (Häussel Hot P 90, feinstens in die meinige Flug – V eingepopelt von Lötkommodore Peter Pupans). Schick, alles rockt, und ich geselle mich zufrieden zu den anderen zehn lustigen zwölf um noch die eine oder andere Gutenachtgeschichte mitzubekommen.
Caspars – Fronter Snoopy, auch sonst kein Kind von Traurigkeit, macht uns den Rock’n’Roll
und köpft, noch bevor der erste Ton überhaupt gefallen ist, ’ne Pulle Hans Daniels und ehe man
„…da kommt McCoy um die Ecke“ sagen konnte, glänzt die Hälfte des Inhaltes mit Abwesenheit. Skeptische Blicke aus dem Lobsters - Lager, man erinnert sich an ähnliche Begebenheiten, deren Dokumentationen klammheimlich in den lobströsen Giftschränken verschwunden sind and rightly so.
Catering ist vorzüglich, sogar an den Mann von der Vega wurde gedacht, hab’ ich aber nicht probiert. Wozu, wenn’s Fleischgemüse gibt?

Showtime!
Mittlerweile ist das Haus sehr gut gefüllt, unser Intro „Work Song“ läuft und der Gang zur Bühne gestaltet sich etwas problematisch. Aaron Grown haben gut vorgeheizt, aber als wir auf die Bühne kommen, sehe ich dann doch ein paar ratlose Gesichter im Publikum. Altersdurchschnitt 16-17. Mhm…
Nicht gerade unsere Altersgruppe. Aber nach dem ersten Song scheint das Eis gebrochen und die ersten Reihen geben sich die Kante, als ob sie nie wieder zur Schule wollen. (aber an die Typen, die einem vor der Bühne den Rücken zu drehen, werde ich mich wohl nie gewöhnen) und nach fünfzig Minuten gehen für uns dann auch die Lichter aus. Fump!

Die Caspars geben Gas, bei Snoopy ist nicht mal im Ansatz was zu spüren von J.D. und vier Tagen Durchfeierei. Das Haus rockt, obwohl man den Kids die Weihnachtserschöpfung gut ansieht. Salzwedel kann feiern, ohne Frage.
Abbauen, Pension ruft!Während der Rest sich in der Pension um einen Kasten Salzwedeler Leckerbräu versammelt entscheiden Kai, Snoopy, Rick und ich kurzfristig, noch mal bei Uwe im Crazy World vorbei zu schauen. Zwei Tequila später bin ich dann aber auch wieder zurück.
Zu viele Idioten unterwegs um die Zeit.
Nighty – night!

27.12.09 Halle / Rockstation w/Crushing Caspars + Cor

Aufstand der Lobströsen Kasprowskis um Zehn, Nase fassen, Wasser lassen, Dusche ankuckn, Frühstück fassen. Alle haben leicht einen verbummelt auf Grund des nächtlichen Überangebots an Zerstreuungen, also fließt Kaffee in Strömen, eigentlich sind alle ganz gut über die Runden gekommen (aber die Flachen haben auch ihren Teil erhalten). Einzig Rohkopf und Snoopy haben versucht, den Salzwedeler Rekord im einarmigen Hürdensitzen zu brechen, sind wohl kläglich gescheitert und haben aus Frust den Kasten Leckerbräu ausgelutscht und der Rest war Schweigen….

Auf nach Halle im sonnenverhangenen Saale – Unstrut –Tal!

Ja, lieber Leser, du vermutest recht, während der Fahrt, blabla, nix Neues.Das ändert sich schlagartig, als der weiße Lobster - Blitzbus den Ortseingang Halle passiert.Halle ist offenbar eine der Städte, die das Geld zum Ausbau der Infrastruktur dem Verein Permanent Betrunkener Und Hoffnungslos Inkompetenter Verkehrsarchitekten oder zumindestens dem Absolut Bekloppten Johnson gegeben hat. Ungefähr eine Stunde schauen wir Tagesfahrer Kapptain Peters beim wenden, rangieren, fluchen und Passanten umfahren zu, ehe sich das Labyrinth entwirrt und wir tatsächlich die an der Saale gelegene Rockstation erreichen……

[Sarge grinst in Richtung Rawhead und sagt: Erzähl du mal weiter!
..und Rawhead hub an:]

Jawoll! Heute sind die Inselrüpel Cor mit von der Partie, das verspricht ein feiner Abend mit tiefenphilosophischer Glasmantelromantik zu werden, wenn, ja wenn nicht diese feingliedrige Müdigkeit aus der Koppschmerzwelt an des einen oder anderen Augenliedern ziehen würde.Ist zunäxt nicht von höherer Relevanz, denn am Zuerstesten muss die heute größere Bühne mit ausreichender Quantität equipmentiert werden. Auf Grund des Überangebotes an Material durften wir mit zwei Gitarrenboxen pro Seite spielen (außer DonnerDöring, der hat eh den dicksten, ähm, Verstärker…), was dem Käppm wegen seinem InIhrSystem eigentlich völlig egal ist, den beiden Dünndarmzupfern aber ein zwei Boxen breites Grinsen in die dafür nur unzureichend vorbereiteten Gesichter treibt. Aus lauter Freude übernehmen wir den Soundcheck für alle und Dank der Expertencrew um Tonfrau Liz dauerte das auch nicht lange.

Catering und Publikum treffen etwa zeitgleich ein, was die Mukkermeute aus nahrungsgesundheitlichen Gründen in den kleinen und mit einem kaputten Kanonenofen schön blaugeheizten Backstage treibt. Kaum ist die Wurst aus der Sauerkrautsenke gelutscht, ist Showtime. Wir eröffnen den Reigen und erstaunlicherweise geht das auf Krawall gebürstete Publikum schon bei uns Melodanten gut ab, schenkt uns Applaus und mehrere Eimer „OhYeahs!“, so dass eine Zugabe notwendig wird.
Gut angeschwitzt verlassen wir die Bretters und nach einer kleinen Umbaupause kam mit COR die Hand Tritons von Rügen runter und schlug mal eben - PLATSCH! - auf Halle drauf! Feist. Die Caspars töteten anschließend alles noch Lebende im Mob, natürlich nicht, ohne vorher noch orntlich Textilien zu verhökern.

Die zupfende Rhythmusgruppe der Lobsters, die zum Teil den folgenden Krach als auch das anschließende TrinkenHaben aus salzwedelnden Gründen verschlief, erwachte pünktlich zum Beladen der Schiffe, nee, Busse, während der Rest noch das Schweißbad in der Menge an der Theke genoss. Wenngleich auch unüblich, so zeigten die Lobströsen als auch die Coreaner schon um 0130 pensionsgetriebene Disziplin. Was aus den Caspars wurde, konnte bis heute nicht ermittelt werden…

Dunkeltuten und langweilige Heimfahrt.
Danke an Christian Thiele für die geilen Fotos und an Rick für Merchmitverkauf.

Schulz hier!

Sergeant Rumpelsack und Dr. med. kabumm. Destructivio v. Kaputtmach - Schwarzbart

Senfstadt Onslaught Freitag / 20.11.09 / Bautzen /Steinhaus

Bautzen hat vorherragenden Senf, viele Häuser und dementsprechend viele Strassen, aber nur eins heißt Steinhaus und ist für den heutigen Freitag Ziel der DominantSeptakkordKapelle mit unserem Namen.

Die Reise gestaltet sich abwechslungsreich. Käpp’n fährt, Sarge beifährt und bedient die Musikmaschine, Autobahn galore, ein paar Kurven, 55 Songs vom USB – Stick, noch ein paar Kurven, witterungsbedingte Wetterwechsel, Fußgewippe. Barthead und Zandergott schicken sich gegenseitig EssEmmEssen und versuchen der Gravitation ein Schnippchen zu schlagen, indem sie die in ihren Körpern angestaute Luft mit aller Macht freigeben um sich dadurch für mehrere Sekundenbruchteile in der Luft zu befinden. Da sich durch die Flugversuche allerdings die chemische Zusammensetzung der Luft massiv ändert, beschließt man auf den hinteren Sitzen, verlorenen Schlaf nachzuholen. Dabei fallen sich die beiden dermaßen ins geschnarchte Wort, dass Morpheus die Herren Hummerlinge nach kurzer Zeit genervt aus seinen Armen entlässt, vielleicht auch, um den vorherrschenden LLfffT – Verhältnissen zu entkommen. Noch ein paar Kurven und schon ist Bautzen, auch Budysin im nativen Sprachgebrauch, in Sicht.

Das Steinhaus ist ein traditionsreicher Club mit strikt vegetarischer Küche und noch strikterem Rauchverbot. Auf beides nicht vorbereitet, sieht man die Lobsters lauthals nach Eisbein schreiend mit der Kippe im Maul auf der Suche nach der Bühne durch das Haus stumpeln und Verwirrung und Angst unter den anwesenden Clubleuten verbreiten. Allein Stefan, Veranstalter und Extrem Netter Bautzener in Personalunion, gelingt es, an unsere spurenelementär vorhandene Vernunft zu appellieren und jene die Oberhand gewinnen zu lassen. Tonbearbeiter ist ein bekanntes Gesicht, das wir schon aus Lauta kennen. Name vergessen, trotzdem allenthalben Zuversicht, dass die Schallereignisse professionell geordnet werden. Mit uns auf der Bühne heute Abend eine junge bis sehr junge DresAdener Kapelle, die auf den Namen Radio Caroline hört. Soundcheck, BackstageRumgehänge und immer wieder rein, raus, rein, raus zum paffen und draußen sein. Das Catering besteht aus sehr schmackhaftem Veggie - Spätzle- Käse – Auflauf und Salat mit KeineAhnungVinaigrette, alles professionell dargeboten und aufgetischt, von daher keine Beschwerden von den doch eher karnivoren Rock – Lobsters. Gespräche, man simpelt fach, z.B. über Spielzeuge für Musiker oder wie eine Musikrichtung, die das Wort Independent im Namen führt, innerhalb von ein paar Jahren zum sinnentleerten Mainstream mutieren konnte. Meine mit Überzeugung vorgetragene Meinung führt zu missbilligenden Blicken und trotziger Antwort bei der anwesenden Weiblichkeit, die heute aus einer netten jungen Dame aus dem Umfeld der Carolinen – Band besteht. Nachdem Radio (wieso will ich immer Birdman schreiben?) Caroline ihre Salve abgefeuert haben, ist Showtime für uns.

Die Entscheidung, meine Tretminen heute mal auf die linke Seite des Mikroständers zu stellen, erweist sich als fatal, da jedes Mal, wenn ein Schaltvorgang anliegt, der Hals meiner Gitarre mit dem Scheißding kollidiert. Auch RaiHeiko Thunderowski und myself sind ExtremKollodanten heute Abend, viel zuwenig Platz auf der Bühne. Ansonsten marschiert der Lobströse Kampftrupp recht souverän durch’s Set, das Publikum lacht, tanzt, singt, hat offensichtlich Spaß, aber wir laufen irgendwie nur auf einem Pott. Kommt vor, sind aber immer noch 95%. Allemalachen, als Hein Peters eine nicht abgesprochene Änderung eines Breaks in „Poison Heart“ vornimmt. Der Abend endet nach noch ein paar netten Gespröchen mit Caroline’s Radio um Nulldreihundert in der nahen Pension, ein wenig beheinickt, aber sehr gesittet.

Eisen is ’ne Hüttenstadt, die auch viele Motorrad! Sonnabend / 21.11.09 / Eisenhüttenstadt / Kulturhaus Gasoline

Erweckungsruf um NullAchhundertdreissig. Irgendwer hat beschlossen, dass 10.00 Uhr die richtige Zeit ist, um hart arbeitende Rock’n’Roller aus der Pension zu schmeißen, also krabbeln Doc AHartbart und der Sarge um benannte Erweckungszeit aus den Federn, die die nächtliche Welt bedeuten, um vor dem Frühstück noch ein wenig Wasser unsere Titanenkörper umschmeicheln zu lassen. Das erste vernünftige Gespräch, nach diversen Grunz- und Brummlauten, dreht sich um den sich auf dem Vormarsch befindlichen Kreationismus im Deutschland, der im senfstädtischen Frühstücks – Fernsehen thematisiert wird. Stirnschütteln und Kopfrunzeln ob der offensichtlichen Blödheit einiger religiöser Mitmenschen, die so offensichtlich Missbrauch mit der Meinungs – und Religionsfreiheit treiben.

Der Pensionsbetreiber ist mit unserer Anwesenheit überfordert. Frühstück nicht erwähnenswert. Die Kapitante und der Fischgesichtige Tiefluftbeweger haben mittlerweile auch das Licht der Welt erblickt und gemeinsam schreitet man von dannen, einer ungewissen Zukunft auf den Strassen Sachsens entgegen.

IronSteelTown ist ja nun nicht so weit weg, also beschließt der lobströse Haufen, sich den Weg dorthin so angenehm wie möglich zu gestalten. Sightseeing und Verkostung von Spezialitäten der lokalen Küche inbegriffen. Fahrer ist hüht RockenRollHolznasenAhrenOrzt – Arzt, Sarge is riding shotgun. Songs 56 bis 112 vom USB – Stick, mehr Kurven heute, gewürzt mit Wildwechsel und kurzzeitigem Fahrzeugkontrollverlust, als Sweet Little HitchHaiko den Doc bittet, doch mal das Fenster auf der Fahrerseite zu öffnen, damit er mal seinen Fischkopp raushalten kann, der Doc die linke Fahrbahn zur richtigen erklärt und damit dem entgegenkommenden Fahrzeugführer UND dem Sarge einen Adrenalin – Schock verpasst, der, zumindest bei mir, noch lange nach Weihnachten zu merken war / ist / sein wird.

Sightseeing wird abgedeckt mit einem Blick auf den Tagebau Jänschwalde. Groß. Lang. Breit. Tief. Viel Kohle. Interessant. Lustiges AlteMännerÜbernZaunGeklettere. (Bemerkung: Käpp’n Peters nicht mehr mitnehmen, der pinkelt in jedes oben offene rotweiß angestrichene Stahlrohr, das zufällig die gleiche Höhe wie sein Puller hat.) Weiterfahren. Hunger. FleiAsch o.ä. muss her. Irgendwo zwischen Bomsdorf und Klompsdorf an der schönen Neiße, finden wir eine Kneipe, in der die Zeit irgendwie zwischen ’80 und ’82 zu ticken aufgehört hat. Nettes Gespräch mit einer älteren Dame, die bestimmt mal jünger war und uns versichert, dass sie auch immer hier isst und dass die Küche gut beleumdet ist. Da wir die einzigen Gäste sind, nachdem der weibliche Methusalem entschwunden ist, vertreiben wir uns die zwei Stunden Wartezeit mit Warten und werden mit einem großartigen Mahl belohnt. Bauernfrühstück, Rostbrätel mit Brattüften, Würzfleisch - Ostherz, was willst du mehr. Weiterfahren. Schöne Landschaft. New Model Army singt über Recht und Unrecht. Guter alter New Model, mit dem kann man nix falsch machen beim Reisen.

Vierzehnhundert Ankunft in der Stadt der Eisernen Hütten und Motorradfahrer, die Kulturhäuser betreiben. Alles zu früh. Viel zu früh. Keiner da. Wir stehen ein wenig wie bestellt und nicht abgeholt herum und spielen uns unsere eigene Musik vor und versichern uns, dass wir alles richtig gemacht haben. 14.30 Uhr kommt Daddy (oder so) übernimmt die Rolle des ersten Gasoliners des Tages und lässt uns schon mal ins Kulturhaus. Auf einmal sind alle da, Begrüßung, man beschließt, mit den Jungs in die „Kameltränke“ zu gehen auf den einen oder anderen und Fußball zu gucken. Später bringt Michi (Gasolinerin allererster Güte und Bulettenschmiedin des höchsten löbströsen Vertrauens) uns zum Klub und wir beginnen damit anzufangen, nie wieder aufzuhören weiterzumachen. Der Sarge bekommt noch eine custom – made Tretminenaufrechterhaltungsstütze auf die Bühne genagelt (Danke, Stefan!) und schnell ist alles aufgebaut, soundgecheckt und der Teil des Abends beginnt, der immer so lange dauert und doch viel zu schnell vorbei ist. Thunderhannes verzichtet heute auf den Teil, wo er sonst immer mit ohne Sachen bekleidet über die Bühne läuft und Kommodore Freiluftpinkler erinnert uns an den verhunzten Break vom Vortag, indem er ihn einfach noch mal so spielt. Aggsuhl BacAkenbart weist einen direkt vor ihm stehenden Publikumsteilnehmer dezent aber ruppig darauf hin, dass, wenn besagter Weißjackenträger ihm noch einmal den Rücken zukehrt, er keine Verantwortung für gebrochene Ohren und Rückgratverbiegungen übernimmt, er ihm aber lieber einen ausgeben würde. Hat geholfen. Ansonsten Singen, tanzen, Text vergessen, lachen, wie gehabt. Später noch tiefgehende Gespräche mit fast allen Anwesenden, Krombachhausener Bierflut, Doornkat und Umfallentuthard……….. Danke und DankesDank an die Jungs und Mädels vom Gasoline, ich hab schon fast wieder alle Namen vergessen, ABER ihr wisst ja wer ihr seid. Extra Gruss und Dank an Andy für wertvollen Zeitvertreib. Tags drauf sind wir dann nach Hause gefahren. Nu is’ gut.

Staff Sarge „Ick bin ein Eisenhuttenman!“ Graubär

 

 

27.3.09


Wir werden Siegen oder No Sleep ’Til Annaberg

Wir erreichen Siegen nach achteinhalb Stunden Autobahn. 145 Baustellen, herrliches Pisswedder, so macht das Rock’n’roll - Reisen Spaß. Vortex, kleiner, gemütlicher Club, Tür auf, Händeschütteln, „Wicküler Fump“, allgemeines Wohlsein. Kurze Bekanntmachung, hallo-wie-heißt-du-ich-heiss-Peter-wohs-das-klo-wohs-die-Bühne-ach-da-stehen-wir-schon-drauf-hahaha. Noch wissen wir nicht, dass wir heute Abend ein paar der nettesten Menschen vonne Welt kennen lernen werden (Martin, Anke, Olaf vom Club 6869). Allerdings auch nicht, das die an diesem Abend die noch zu konsumierenden Getränke (Mexikaner mit gefühlten 1 000 000 Scoville Einheiten) den weiteren Verlauf des Wochenendes stark bis sehr stark beeinflussen werden. Eine Vorband gibt’s auch, The Colts aus Olpe, die trotz ihrer relativ jungen Jünglichkeit allen Anwesenden ein Lächeln ins Gesicht und ein Fiepen ins Ohr zaubern und dabei noch so einen auf Digge Eier machen, das es wohl eine Freude ist.
22.30 Lobsters Showtime. Laut isses und dabei überhaupt nicht leise, alle freuen sich, auf und unter der Bühne. Ca. anderthalb Stunden Set, inklusive Live- Feuertaufe für „God Is Dead“. Danach Gespräche, Mexikaner, Gespräche, Mexikaner, Jim Bumm, Gespräche, WickülermexBumm, Gebumme, Sprächikaner, noch’n Havana auf Ais und Gespräx.
Vielen Dank an: Martin, Anke, Olaf und die nette Jana vom Catering –und - Mexikaner - Beschaffungsamt, Marcus (Technik) und Mike (Vortex). Spruch des Tages: “..da fährt man den ganzen Tag, ist auf einmal da, trifft nette Leute, die man nicht kennt, nur um festzustellen, das man sie doch schon lange kennt…!“ 5.30 Licht aus (gilt nicht für Zander Döring und Rawhead).

28.3.09

10.30 Uhr Licht an (gilt nicht für Thunder und Rawhead) Dusche, läggä Catering - Suppe von gestern zum Frühstück (wirklich guut), im Restroom meldet sich besagter Mexikaner lautstark zu Wort, wird auch nicht das letzte Mal sein, und Abfahrt gen Annebuch-Holzberg im schönen Erzgebirge (gilt auch für Heiner Hering und Rawhead). Die Fahrt gestaltet sich recht fahrerisch (Käppn) und unbeständig wetterweis, Sonne wird zu Regen, Graupel zu Schauer und Grauper (Aggi) wird zu Aggi (Grauper) und vice versa. Zander verpennt den ganzen Klumpatsch.
17.30 Uhr. Nach hunderten von Kilometern (ich glaub’ 576 oder 434, um genau zu sein) endlich Einfahrt Annaburg-Holzstett und anschließende Stadtrundfahrt. (Achtung, Schachtelsatz voraus!) Diese wurde gebucht und ausgeführt von Rawheads halbneuem Navi-System, dem, wenn es denn einen Hals gehabt hätte, dieser so oft um die eigene Achse gedreht worden wäre, das es wohl hinterher keinen Hals mehr sein eigen nennen gekonnt haben dürfte, außerdem wollte Rawhead dem Ding dauernd die Fresse polieren, fiel aber aus wegen Quasi - Nichtexistenz von zu polierender oben genannter.
18.30 Ankunft Alte Brauerei. Heute sind wir die Vorband, was ja normalerweise überhaupt kein Problem darstellt. Wenn aber der nachfolgende Haufen ’ne Coverband ist, die sich dann auch noch als jemand mit ’ner Menge un’s herausstellt (unkooperativ, unfreundlich, unnahbar, und, und, und) und dann auch noch Songs von Australia’s Finest verwurstet, dann meldet sich der eingebaute Musikerstolz. Also ignorieren wir gekonnt zurück, bauen unser Zeug vor dem Coverzeug auf und werden fast vom anwesenden Publikum (16 -60 alt) ignoriert. Als man uns dann endlich wahr nimmt, nehmen wir verfrüht unseren Abschied, weil ich mir beim dritten Song eine Sehnenzerrung in der Griffhand zuziehe, Rawhead seine Gröhlbox in Siegen liegen gelassen hat und ich auf einmal nicht mehr weiß, wie man eine Setlist liest und überhaupt alles irgendwie nicht stimmt. Kommt vor. Hat nix mit Komfort zu tun. Einzig Thunder und Käppn Peters können nicht von Ausfällen berichten und das rettet uns, wie so oft, den Arsch. Trotzdem noch ein netter Abend mit Gespräxen, Jum Bimm und frühzeitigem (4.30 Uhr) ins Bettgegehe). 500 km bis nach Hause, is’n Katzenwurf.
Dank an Robert der uns merchmässig unter die Arme gegriffen hat.